Sträucher im Garten richtig einsetzen

SträucherSträucher sind als ausdauernde Gehölzpflanzen eine Bereicherung für jeden Garten. Ob nun immergrün, laubabwerfend, blühend, mit Früchten oder aber Dornen: Sträucher sind nicht nur für die Gartengestaltung ein wichtiger Bestandteil, sie dienen auch als Brutgelegenheit für viele Vögel.

Wildsträucher

Es werden zahlreiche Arten prachtvoll blühender Sträucher in Gartencentern, Gartenabteilungen von Baumärkten oder in Baumschulen angeboten. Doch dabei bieten auch die Wildsträucher eine Menge Vorteile. Die Wildsträucher gehören zu dem einheimischen Pflanzenbestand. Sie haben sich selbstständig an die klimatischen Gegebenheiten angepasst. Daher sind sie ausgesprochen robust und ausdauernd. Zudem konnten sie daher Lebensgemeinschaften mit der einheimischen Tierwelt bilden. Das Geäst und die Blätter dienen als Nistplätze und die Früchte als Nahrung. Doch nicht nur die Tiere haben einen Vorteil von den Wildsträuchern, auch der Gärtner selber: Gelee aus Holunderbeeren, Saft aus Sanddornfrüchten oder Nüsse vom Haselnussstrauch. Gleichermaßen sind die Blüten und die Früchte ein tolle Hingucker im Garten. So trägt die Schlehenhecke im Frühjahr eine weiße Blütenpracht und im Herbst blaue Früchte. Fällt die Wahl auf einen Wildstrauch sollte unbedingt auf die natürlichen Bedürfnisse geachtet werden. Am besten eignen sich Arten, die in der Umgebung natürlich wachsen und an das Klima und die Bodengegebenheiten angepasst sind.

Ziersträucher

Wer mehr auf eine Blütenpracht und ein exotisches Flair in seinem Garten haben möchte, ist dagegen mit einem Zierstrauch gut beraten. Bei den Ziersträuchern werden zwei Typen unterschieden. Zum einen gibt es Züchtungen, bei denen besonders auffällige Merkmale einheimischer Arten durch Kreuzung noch stärker hervorgehoben werden. Zum anderen gibt es die Importe aus anderen Ländern. Diese Pflanzen sind ein ähnliches Klima gewohnt, wie die einheimischen, damit sie hier wachsen können. Ziersträucher geben dem Garten nicht nur eine Vielfalt an Farben und Wuchsformen, sie eignen sich auch dazu, die Blütezeit über das gesamte Jahr zu verteilen. So ist es möglich zu jeder Jahreszeit einen Hingucker im Garten zu haben.

Immergrüne Sträucher

Wenn der Winter kommt, werfen viele Pflanzen ihre Blätter ab und werden meist zu schmucklosen und kahlen Geästen. Um dennoch auch im Winter etwas Grün im Garten zu finden, bietet es sich an immergrüne Sträucher anzupflanzen. Diese Sträucher haben ein Blattwerk mit einer kleinen Oberfläche. Zudem haben sie einen wachsartigen Überzug oder eine besonders harte Außenhaut. Dadurch reduziert sich die Verdunstung von Wasser. Friert im Winter der Boden zu, können sie sich dennoch gut versorgen. Bei der Pflanzung immergrüner Sträucher im Garten sollte auf das Gesamtbild geachtet werden. Vereinzelte grüne Sträucher gehen schnell unter. Eine Insel dagegen, aus grünen Pflanzen, lässt den Blick ruhen und wirkt wesentlich lebendiger.

Sträucher vermehren

Ein besonderes Highlight für jeden Gärtner ist es wohl, sich eigene Sträucher zu ziehen. Auch, wenn es die Pflanzen in großer Vielfalt zu erstehen gibt, ist die Beschäftigung mit der Entwicklung des eigenen Strauches etwas Spannendes. Das ist ein sehr langwieriger Prozess, der viel Geduld fordert. Aber es lohnt sich dennoch, besonders schöne Sträucher zu vermehren.

Sträucher teilen

Durch das Teilen eines Strauches werden schnell und einfach weitere Pflanzen gewonnen. Wichtig ist, dass der Strauch mindestens drei Jahre alt ist. Denn erst dann hat er genug Substanz, um geteilt zu werden. Weiterhin müssen die Haupttriebe unterhalb der Erdoberfläche entspringen. Denn jeder Teil des Strauches sollte am Ende eine eigene Wurzel haben. Der Strauch wird am besten im Frühjahr geteilt. Dann haben beide Sträucher noch eine gesamte Vegetationsperiode vor sich. Zuerst sollte der Wurzelballen aus der Erde geholt werden und das nicht zu knapp. Anschließend mit einer Schere oder einem Spaten den Strauch an der Wurzel teilen. Jeder der beiden neuen Sträucher muss ein ausreichend großes Wurzelstück behalten. Nun sollte die Wurzel von fauligen, verrotteten und beschädigten Teilen bereinigt werden. Auch die oberirdischen Triebe sollten zurückgeschnitten werden, damit die Wurzel während des Anwachsens nicht zu viele Blätter versorgen muss. Anschließend beide Pflanzen wieder in die Erde einlassen und ausreichend wässern.

Sträucher durch Stecklinge vermehren

Das Vermehren durch Stecklinge nutzt einen Vorteil der Pflanzen: Zellen können bei Bedarf neue Aufgaben zugewiesen werden. So treiben abgetrennte oberirdische Pflanzenteile neue Wurzeln aus. Wichtig ist es hier, jüngere einjährige Pflanzenteile zu nutzen, da diese noch flexibler sind als altes Holz. Am besten wird das im Herbst, vor allem im Oktober, gemacht. Dazu wird der Steckling an einer Austriebstelle mit einem scharfen Messer oder einer Baumschere abgeschnitten. Dabei darf kein Gehölz zerquetscht oder gespalten werden. Das Steckholz sollte eine Länge von 15 bis 25 Zentimeter haben. Ideal ist es, wenn der Steckling knapp unterhalb und knapp oberhalb einer Triebknospe abgeschnitten wird. Anschließend kommen die Pflanzen in einen vorbereiteten Graben, in einem Abstand von etwa zehn Zentimeter. Gut mit Erde abdecken und reichlich wässern. Erst nach einem Jahr werden die Stecklinge an ihren endgültigen Standort umgepflanzt.

Sträucher mit Absenkern vermehren

Auch beim Absenken wird die Eigenschaft genutzt, dass die oberirdischen Pflanzenteile Wurzeln treiben. Allerdings bleiben die Triebe bis zum Einwurzeln am Strauch. Das Absenken ist dann möglich, wenn es in Erdnähe einen jungen, flexiblen Trieb ohne Blüten gibt. Der richtige Trieb ist der, der etwa 25 Zentimeter von seiner Spitze entfernt den Boden berührt. An der Stelle der Erdberührung werden nun alle Blätter entfernt. Anschließend wird der Trieb Richtung Triebspitze hin angeschnitten. Vorsicht: Bitte ein scharfes Messer verwenden und den Ast nicht durchschneiden. Nun wird der Trieb in eine etwa zehn Zentimeter tiefe Mulde gelegt und mit lockerer Gartenerde beschwert. Zusätzlich sollte ein u-förmiger Draht angebracht werden, der den Absenker an der Stelle hält. Der Trieb steckt nun senkrecht in der Erde und sollte an der geschnittenen Stelle schnell Wurzeln bilden. Zusätzlich kann der Trieb an einem Stützholz festgebunden werden. Der Absenker sollte gut bewässert werden. Erst ein Jahr später hat der Trieb genug Wurzeln gebildet. Nun kann die Pflanze vom Strauch getrennt und an seinen endgültigen Standort gepflanzt werden.

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