Zitronenmelisse – gehört in jeden Garten

Zitronenmelisse – gehört in jeden Garten

Die Zitronenmelisse – oft einfach auch nur Melisse genannt – ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Lippenblüttler. Ihren Ursprung hat die Zitronenmelisse im Orient, von wo sie vor Jahrhunderten in den Mittelmeerraum verbracht wurde. Aufgrund ihrer vielen guten Eigenschaften und ihres zitronigen Duftes hat sie sich sehr schnell als beliebte Pflanze in den heimischen Gärten etabliert. Sie ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern hat auch ihre Bedeutung in der Naturheilkunde. Weitere Bezeichnungen der Zitronenmelisse sind auch Bienenkraut, Frauen- oder Mutterkraut oder auch Herzkraut. Diese Namensgebungen geben auch einen Hinweis auf die Anwendungs- und Heilungsgebiete dieser Heilpflanze.

Merkmale, Standort, Kultur und Ernte

Mit ihren verzweigten und dicht beblätterten, vierkantigen Stängeln kann die Zitronenmelisse eine sehr buschige Staudenhöhe von bis zu einem Meter erreichen. Wenn man ihre Blätter zwischen den Fingern reibt, entströmt ein sehr intensiver Duft nach Zitronen. Ab Juli treibt die Staude weiße bis bläuliche, kleine Blüten, die sich in den Blattachseln bilden und bei Bienen sehr beliebt sind. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf einem vor Wind geschützten, humusreichen und Wasser durchlässigen Boden. Um die Wasserdurchlässigkeit zu erhöhen, kann man den Boden auch mit Sand anreichern. Ihre Aussaat erfolgt im Frühjahr. Am besten in Saatkisten bei ca. 20° C. Bis zur Keimung kann es dann 3-4 Wochen dauern. Sobald es draußen wärmer geworden ist, kann man die Jungpflanzen auspflanzen. Möchten Sie sich die Mühe der Anzucht sparen, können Sie auch 1-2 Pflanzentöpfe im Fachhandel kaufen und im Garten einpflanzen. Während der Anwachsphase sollte sie immer gut bewässert werden. Eine Vermehrung kann unter anderem auch durch dieTeilung des sehr verzweigten Wurzelballens erfolgen. Die Ernte der Stängel und Blätter kann durchgehend vom Frühjahr bis zum Herbst hin erfolgen. Und Sie brauchen keine Angst habe, dass Ihnen die Melisse ausgeht. Sie wächst sehr schnell wieder nach. Frisch verwendet verströmt sie das meiste Aroma und ihre wertvollen Inhaltsstoffe haben einen sehr hohen Gehalt. Man kann sie aber auch trocknen, um sich einen Wintervorrat anzulegen. Hierzu schneidet man vor der Blüte die Triebe ab und trocknet diese schonend. In den Wintermonaten sollte man die Staude abdecken und sie somit vor der Kälte schützen.

Kräuterküche, Heilwirkung und Kosmetik

Die Zitronenmelisse passt zu allen Speisen, die ein Zitronenaroma vertragen können. Sie verleiht Fisch, Geflügel, Suppen und auch Wild- und Lebergerichten eine wunderbare zitronige und leicht bittere Note. Aber bitte nicht mitkochen!!! Hierdurch würde sie ihre Würzkraft verlieren. Auch zu Salaten oder auf Quark passt sie hervorragend. Als Tee aufgebrüht, kalt oder warm getrunken, ist Zitronenmelisse ein herrlich erfrischendes Getränk. Man kann den Tee auch gerne mit weiteren Fruchtblüten aus dem Garten ergänzen. Besonders fruchtig wird der Tee unter Zugabe von Hagebutten-, Hibiskus- und/oder Orangenblüten. Den ätherischen Ölen der Zitronenmelisse wird eine beruhigende, schmerzstillende und stressmindernde Wirkung nachgesagt. Sie helfen bei Schlafproblemen, Erschöpfungserscheinungen,  depressiven Verstimmungen, nervösem Herzklopfen oder Einschlafstörungen. Ein frisch aufgebrühter Tee kann hier Abhilfe schaffen. Umschlage mit Melisse können ebenfalls schmerzende Menstruationsbeschwerden und Krämpfe lindern. Sehr wirkungsvoll und stressabbauend und obendrein sehr wohlriechend kann auch ein heißes Vollbad aus einem Aufguss der Melisse sein. Kochen Sie 50 gr. Zitronenmelisse in einem Liter Wasser auf und lassen Sie diesen Sud ca. 10 Minuten ziehen. Geben Sie diesen Aufguss in Ihr Badewasser und genießen Sie die entspannende Wirkung. Die enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe der Zitronenmelisse helfen ebenfalls bei Magenbeschwerden oder auch Appetitlosigkeit. Zur Linderung brüht man hier einen Tee aus getrockneten Blättern auf und süßt diesen mit einem Löffel Honig.

Melissengeist – selber herstellen

Melissengeist kann zur äußerlichen und innerlichen Anwendung verwendet werden. Einmassiert unterstützt es die Muskelregeneration bei einem Muskelkater oder Muskelverspannungen. Oder auch bei Kopfschmerzen kann man sie ein bis zwei Tropfen auf die Schläfen tupfen. Es wirkt wahre Wunder, das wussten schon unsere Großeltern. Zur innerlichen Anwendung empfiehlt sich die verdünnte Einnahme mit Wasser oder Tee. Sie können auch ein bis zwei Tropfen ein Stück Würfelzucker geben und im Mund zergehen lassen. Innere Unruhe, Nervosität, Wetterfühligkeit und auch „anflegende“ Erkältungen können so behandelt werden. Wickel zur Linderung von Linderung von Schmerzen können ebenfalls angewandt werden. Legen Sie dazu einfach ein Tuch in eine Melissengeistverdünnung, wringen dieses gut aus und legen es auf die betroffene Stelle. Aufgrund des Alkohols sollten Sie aber darauf achten, dass es sich um eine unversehrte Hautstelle handelt. Melissengeist gibt es fertig im Handel zu kaufen oder man kann ihn auch einfach selber herstellen.

Hier ein kleines Rezept:

Setzen Sie 200 gr. frische Melissenblätter mit einem Liter Branntwein auf. Der Branntwein sollte ca. 60% Alkohol enthalten, damit die Inhaltsstoffe der Pflanze gut gelöst werden können. Stellen Sie diesen Ansatz für ca. 10 Tage an einen warmen Ort und lassen ihn ziehen. Nach der angegebenen Zeit seien Sie den Sud ab und pressen die Blätter noch einmal kräftig extra aus, damit alle wertvollen Stoffe genutzt werden können. Abgefüllt in einer Schraubflasche ist der Melissengeist gut ein Jahr haltbar.

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